Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell

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    im Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell

    Der Landkreis Cochem-Zell kann schon heute den gesamten Strombedarf für die rund 65.000 Einwohner aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Einstimmig hat der Kreistag des Landkreises Cochem-Zell das Ziel erklärt: „Cochem-Zell wird Null-Emissions-Landkreis". Bis zum Jahr 2020 sollen bis zu 50 % der CO2-Emissionen bezogen auf das Jahr 1990 ausgeglichen und langfristig der vollständige Ausstoß kompensiert werden. Dies soll insbesondere durch Energieeinsparung, -effizienz und -suffizienz sowie den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeversorgung erfolgen. Der Landkreis hat hierzu ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben, das in seinen Handlungsempfehlungen den Weg aufzeigt. Als erster Landkreis hat Cochem-Zell eine CO2-Bilanz erstellt, aus der verdeutlicht wird, dass die gesetzten Ziele erreichbar sind. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion gelegt.

    Seit der Verabschiedung der „Lokalen Agenda 21“ im Jahr 2003 orientiert sich der Landkreis Cochem-Zell an einer nachhaltigen Entwicklung. Dabei ist es ein vorrangiges Ziel, die Landschaft und die Lebensbedingungen als wichtigstes Kapitel des Landkreises zu bewahren und zu schützen. Landschaftlich ist der Landkreis vor allem durch die Steilhänge an der Mosel geprägt, die vornehmlich für den Weinbau genutzt werden. Aber auch die Land- und Forstwirtschaft stellt insbesondere auf den Höhenlagen der Eifel und des Hunsrücks eine wichtige Einnahmequelle der Region dar. Die Pflege der landwirtschaftlichen und weinbaulichen Flächen sowie des Waldes ist die Grundlage für eine einmalige Kulturlandschaft, die jedes Jahr Millionen Touristen anzieht. Der Tourismus ist eine der Haupterwerbsgrundlagen im Landkreis.

    Der Kreistag Cochem-Zell hat einstimmig das Ziel formuliert: „Wir wollen Null-Emissions-Landkreis werden!“ Der Schwerpunkt in der Entwicklung des Null-Emissions-Landkreises liegt zunächst darin, den Anteil der klimaschädlichen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 50 % (bezogen auf das Niveau der Emissionen aus dem Jahr 1990) zu senken und langfristig diese Emissionen auszugleichen. Einen besonderen Schwerpunkt auf dem Weg zu einem Null-Emissions-Landkreis bildet dabei die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion Cochem-Zell.

    Die Null-Emissions-Strategie verfolgt einen Optimierungsprozess auf der Grundlage eines regionalen Stoffstrommanagements. Dabei ist der Null-Emissions-Ansatz als Wirtschaftsförderungsstrategie zu verstehen und nicht mit einer Verschlechterung der Standortbedingungen für bestehende Unternehmen verbunden. Vielmehr sollen diese von der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes profitieren und nicht vermeidbare Emissionen mit den potentiellen Einsparungen aufrechnen können. Ein besonderes Gewicht wird auf dem Weg zu einem Null-Emissions-Landkreis auf die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion gelegt. Durch innovative Klimaschutzmaßnahmen soll eine nachhaltige Tourismusinfrastruktur entstehen, welche die Vermarktungsmöglichkeiten und somit die Standortattraktivität steigert. In diesem Prozess werden auch die durch den Tourismus verursachten Verkehrsbewegungen berücksichtigt. Einen guten Ansatz bietet dabei zum Beispiel die Vermeidung des Individualverkehrs durch den Ausbau eines angebotsorientierten ÖPNV.

    Cochem-Zell ist zudem eine von 25 Siegerregionen im Bundeswettbewerb „Bioenergie-Regionen“. Mit Hilfe einer Bundesförderung von 400.000 Euro für drei Jahre (2009 - 2012) soll die Bioenergie in der Region nachhaltig etabliert werden. Das Ziel ist die ausgewogene stoffliche und energetische Nutzung der Biomasse, die Sicherstellung nachhaltiger Nutzung von Biomassepotenzialen sowie die maximale regionale Wertschöpfung. Hierzu stehen im Landkreis Bioenergiepotenziale von rund 33 Millionen Litern Heizöl zur Verfügung, die nachhaltig genutzt werden sollen. Durch eine anschließende zweite Förderphase (2012 - 2015) können die Projekte weiter voran getrieben werden. 

    Für diese Entwicklung haben wir uns folgendes Leitbild gegeben: 

       

    Gute Ausgangsbasis

    Gegenüber dem Referenzwert von 1990 konnten wir bereits jährlich 150.000 Tonnen CO2 einsparen. Die aktuelle CO2-Bilanz zeigt, dass bei Betrachtung der emittierenden Bereiche Strom, Wärme und Verkehr damit bereits 15 % eingespart wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Bereich Verkehr rund 50 % des CO2-Aussstoßes verursacht. Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor hat zu den derzeitigen Einsparungen geführt. Bereits heute können wir den gesamten Strombedarf im Landkreis Cochem-Zell aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Dabei verschieben sich seit Jahren Anteile zugunsten der Energieerzeugung aus Wind, Biomasse und Solar. Der Wärmebedarf im gesamten Landkreis wird derzeit zu 4 % aus erneuerbaren Energien gedeckt.

    Ziele

    Wir wollen bis zum Jahr 2020 50 % der CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzwert von 1990 einsparen. Bis zum Jahr 2050 wollen wir bilanziell ein „Null-Emissions-Landkreis“ sein. Die CO2-Bilanz beweist: Bei konsequenter Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist dies auch erreichbar. Dazu ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit notwendig, um den Menschen im Landkreis Cochem-Zell davon zu überzeugen: Klimaschutz zahlt sich aus! 

    Außerdem wollen wir:

    • den Menschen im Landkreis eine bezahlbare Energie auf Dauer sichern,
    • unsere Wirtschaft nachhaltig fördern,
    • als ländlicher Kreis besonders den regionalen Mehrwert durch die Bioenergie abschöpfen,
    • in den nächsten 40 Jahren drei Milliarden Euro an Investitionen im Landkreis auslösen,
    • in den nächsten 40 Jahren eine jährliche regionale Wertschöpfung von 200 Millionen Euro schaffen.