Klima-Woche im Landkreis war breit aufgestellt

    Louis Palmer beeindruckte die Besucher der 8. Klimaschutzkonferenz im Landkreis Cochem-Zell


    Sie war erstmalig in die Verlängerung gegangen, die diesjährige Klima-Woche im Landkreis Cochem-Zell.

    Erfolgreich gestartet mit dem Familien-Energie-Tag am Sonntag, 18.09.2016 auf dem Tannenhof in Hambuch, endete diese im prall gefüllten Kapuzinerkloster, mit der 8. Klimaschutzkonferenz, am Montag, 26.09.2016, in Cochem.

    Das Programm der gesamten Woche war vielfältig; Groß und Klein waren angesprochen und eingebunden.

     

    Familien-Energie-Tag in Hambuch

    Mehr als 500 Besucher nutzen diesen Tag zur Information rund um Elektromobilität und Hausenergie

    Im Rahmen des Familien-Energie-Tages konnten mehr als 50 Probefahrten mit dem Elektro-Fuhrpark der Kreisverwaltung durchgeführt werden. Nach kurzer technischer Einführung durch die Kreisbediensteten, fuhren die E-Automobile ein um das andere Mal vom Hof und kamen mit begeisterten Passagieren zurück.


    Energiespartipps im Café International in Cochem

    Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer nutzten Vortragsangebot um gemeinsam auf die Kostenbremse zu treten

    Monika Hecken, Referentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt wertvolle Tipps rund um das Thema „Energiesparen im Haushalt“Besonders für Menschen mit geringen Einkünften wird es immer schwieriger, alle Rechnungen rechtzeitig zu zahlen, denn die Kosten für Strom und Gas sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Hier sind es oftmals kleine Tricks und Kniffe oder Gewohnheitsumstellungen die Erleichterung schaffen können. Monika Hecken, Referentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, gab nützliche Tipps, wie hier Kosten vermieden werden können und Wohnräume beispielsweise vor Schimmelproblemen geschützt werden können.

    Zahlreiche Interessierte kamen im Evangelischen Gemeindezentrum zusammen, welches sich als beliebter Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische etabliert hat.

     

    Stromdetektive in der Realschule plus Treis-Karden unterwegs

    Mit Hilfe von Strommessgeräten spürten Sechstklässler eine Woche lang den Stromfressern nach

    Die Schülerinnen und Schüler nehmen das Elektro-Auto der Kreisverwaltung Cochem-Zell unter die LupeWas ist eigentlich Energie? Und Strom kommt doch aus der Steckdose, oder? – Mit diesen und weiteren Fragestellungen beschäftigten sich Schüler der 6. Jahrgangsstufe in Treis-Karden, gemeinsam mit Linda Lentzen und Dr. Dominik Böckling von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

    „Für uns ist es selbstverständlich, dass immer und überall ausreichend Energie zur Verfügung steht – und zwar zu einem angemessenen Preis. Es gibt viele kleine und einfach umzusetzende Maßnahmen, mit denen wir unseren Verbrauch und damit Geld einsparen können“, erklärt Dominik Böckling den Kindern, „ Und ganz nebenbei schützen wir damit auch unser Klima“.

     

    Klimaschutz-Kochworkshop in der Grundschule Ediger-Eller

    Saisonal, regional und häufig vegetarisch – Kinder kochen fürs Klima

    Fleißig gingen die Viertklässler ans Werk und verarbeiteten innerhalb kürzester Zeit 5 kg Eifel-Kartoffeln zu Reibekuchen.Mit Spaß und voller Tatendrank gingen die Viertklässler der Grundschule Ediger-Eller ans Werk und zauberten mit Unterstützung der Landeszentrale für Umweltaufklärung der lokalen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ ein klimafreundliches Drei-Gänge-Menü.

    Klimawandel und Klimaschutz sind für die Grundschüler keine fremden Begriffe. Im vergangenen Schuljahr hatten Sie bereits Besuch durch die lokale Energieagentur und wurden im Rahmen der Klimaschutzwerkstatt zu echten Klimaprofis. Den Kids ist klar, dass der Klimawandel durch Kohlendioxid verursacht wird. Dass aber auch unsere Ernährung einen erheblichen Einfluss auf das Klima hat, war ihnen bisher unbekannt.

    Doch auch hier packten sie gerne mit an. Und es lohnte sich. Innerhalb kürzester Zeit zog ein köstlicher Duft durch das Schulgebäude. Beim Duft nach Kürbissuppe, Reibekuchen mit Apfelkompott, eingemachten Weinbergpfirsichen und Gurkensalat, steckte auch gerne mal die eine oder andere Lehrkraft die Nase in die Kochtöpfe und nahm das Angebot einer Kostprobe dankend an.

     

    KlimaFolgenDialog – Marktchancen neuartiger Nutzpflanzen

    Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Land- und Forstwirtschaft sowie den Weinbau in unserer Region?

    Renate Michel, Regionalreferentin der Energieagentur Rheinland-Pfalz, überreicht die Teilnahmeplakette "Rheinland-Pfalz: ein Land voller Energie" an Dirk Barbye, Geschäftsführer unser-klima-cochem-zell e. V., im Beisein der Referenten und Teilnehmer des Runden Tisches zum KlimaFolgenDialogWelche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel können die Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Weinbau im Landkreis Cochem-Zell ergreifen, um zum einen Risiken des Klimawandels zu minimieren und zum anderen die Chancen am Standort zu erhöhen? Beim zweiten Runden Tisch "KlimaFolgenDialog Cochem-Zell" im Kreishaus in Cochem stellten zwei ausgewiesene Experten neue Konzepte und Marktchancen zur Nutzung pflanzlicher Ressourcen vor.

    Dr. Herbert von Francken-Welz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel gab einen Überblick über neuartige Nutzpflanzen in Rheinland-Pfalz und ging auf Ergebnisse des Versuchsanbaus und Nutzungsmöglichkeiten von schnellwüchsigen Pflanzen mit hohem Ertragspotenzial wie die durchwachsene Silphie, Igniscum, Sida, Miscanthus und weitere Gräser ein. Standortfaktoren haben auf den Ertrag einen hohen Einfluss. "Optimalerweise werden diese Pflanzen zuerst stofflich und dann energetisch genutzt. Durch eine solche Kaskadennutzung erreichen wir eine hohe Wertschöpfung", so von Francken-Welz. Eine stoffliche Nutzung sei zum Beispiel in den Bereichen Nahrungsmittel-, Textil- und Baustoffindustrie möglich.


    Dr. Volker Wenghoefer vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten ging auf die Bedeutung der Bioökonomie für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel ein. "Bioökonomie heißt, anstelle fossiler Ressourcen verstärkt biologische Rohstoffe einzusetzen. Mit dem Anbau und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Substitution fossiler Roh- und Brennstoffe kann die Landwirtschaft auch ihren Beitrag als CO2-Senke stärken", betonte Dr. Wenghoefer. Für die Betriebe sei es dabei wichtig, nicht nur ein gutes Produkt anbieten und vermarkten zu können, sondern, dass überhaupt ein ausreichend großer Absatzmarkt vorhanden sei. Und dafür sei es dann notwendig, ausreichende Rohstoffmengen anbieten zu können. Dieses "Henne-Ei-Problem" könne durch langfristige Partnerschaften beim Vertrieb angegangen werden.

    Auf die Fördermöglichkeiten von Anpassungskonzepten für Unternehmen wies zum Abschluss Andreas Weßner vom Institut für Technologie und Arbeit an der TU Kaiserslautern hin.


    8. Klimaschutzkonferenz im Landkreis Cochem-Zell

    54.000 km rund um die Erde mit Solarenergie – Louis Palmer lässt 140 Zuhörerinnen und Zuhörer staunen und überzeugte mit viel Humor

    Bereits zum achten Mal hatte der Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell zur Klimaschutzkonferenz geladen. Rund 140 Klimaschutz-Interessierte waren der Einladung gefolgt und verlebten einen humorvollen Vortrag zu ernsthafter Thematik.

    Hauptredner des Abends war der Luzerner Solarpionier Louis Palmer. In 18 Monaten durchquerte Palmer 38 Länder, legte 54 000 Kilometer nur mithilfe von Sonnenenergie zurück.

    Wortgewaltig und Szenenreich zeigte er auf, wie er mit anfangs 3000 Franken auf dem Konto seinen Traum auf die Straße brachte. Sein Motto zog sich durch den gesamten Abend: „Gib nie auf! Lass dir nicht einreden es sei unmöglich! Mach es möglich!“

    Schon als Kind beschreibt sich Palmer als experimentierfreudig und voller Begeisterung für Solarenergie zur Fortbewegung. Der gelernte Lehrer band geschickt zahlreiche Akteure in sein Projekt ein. So gewann er beispielsweise die Hochschule Luzern als Partner. Dort konzipierten Studenten binnen eines Jahres einen Prototyp seines Solartaxis (mit Solaranhänger), nach seinen eigenen Plänen, der in einem Metallbauwerk angefertigt wurde.

    Schon bald nimmt Louis Palmer Kurs auf die nächste Weltklimakonferenz. In Marokko will er fürs Weltklima eintreten und hat aus Cochem-Zell wertvolle Fracht an Bord.

    Über das Jahr hinweg war die lokale Energieagentur in Grundschulen des Landkreises Cochem-Zell unterwegs und hatte dort im Rahmen der Klimaschutzwerkstatt über den Klimawandel und dessen Folgen referiert. Die Kinder wurden motiviert ein Klimaversprechen niederzuschreiben, welches gesammelt zu einem großen Plakat vereint wurde und nun mit Louis Palmer auf Reisen hin zur UNO-Weltklimakonferenz in Marakesh reist.

     

    Cochem-Zell ist eine von 22 Kommunen in Deutschland, die einen Masterplan zur Energieeinsparung erarbeiten

    Bernd Tenberg, vom beauftragten Büro Jung Stadtkonzepte in Köln, führte ins Projekt ein: „Gemeinden und Bürger kommen nun besonders zum Zuge“, betont er.

    Projektideen sind für den Masterplanprozess, der bis Ende des Sommers 2017 läuft, gefragt. Dabei wird zwischen Bürger- und Leitprojekten unterschieden. Die in Workshops und Bürgerforen entwickelten Konzepte können, folgender Natur sein: Zum einen können sie dazu dienen, Bürger und Schulen aufzuklären und für Klimaziele empfänglich zu machen. Es kann aber auch ganz handfest um Modelle zur Energieeinsparung im Dorf oder zur Förderung der Elektromobilität gehen.

    Zum ersten Masterplanforum lädt der Landkreis am Montag, 28. November, in die Kreisverwaltung in Cochem ein.

    Eine Anmeldung zum Forum ist jetzt schon möglich, spätestens aber bis zum Montag, 31. Oktober, an den Verein „unser-klima-cochem-zell“, E-Mail oder per Telefon unter 02671/617 15.

     

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