Am 19.02.2026 kamen Winzerinnen und Winzer, Wissenschaftler und Mitarbeitende des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) zusammen, um über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau zu diskutieren.
Im ersten Teil der Veranstaltung wurden die Betroffenheiten im Landkreis Cochem-Zell hinsichtlich der Temperatur, des Niederschlags, der Vegetationsperiode, der Frostzeit sowie phänologischer Daten aufbereitet. Prof. Dr. Stötter der Universität Innsbruck betonte in seinem Vortrag, dass insbesondere der Temperaturanstieg schneller verläuft als zuvor erwartet und sich die Winzerinnen und Winzer auf immer stärker werdende Extremereignisse einstellen müssen.
Auf dieser Grundlage wurde im zweiten Teil der Veranstaltung aufgebaut, in welcher Herr Regnery (DLR Mosel) Anpassungsmöglichkeiten für den Steillagenweinbau aufzeigte, wobei er einen Fokus auf Dauer- bzw. Starkregen und Trockenheit legte. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Thema Begrünungsmanagement, welches neben einer besseren Befahrbarkeit auch zur Stabilisierung des Bodengefüges beiträgt, vor Erosion schützt und die organische Massenbildung stärkt.
Zum Abschluss stellte Herr Alles (DLR Mosel) Erkenntnisse aus einem Bewässerungsprojekt an der Ruwer vor. Laut Herrn Alles können Bewässerungssysteme dazu beitragen, die Kulturlandschaft zu erhalten, sie fördern die Biodiversität und verbessern die Produktions- und Arbeitsbedingungen. Neben der technischen Systemstruktur ging er zudem auf das Flurbereinigungsverfahren ein, in dessen Kontext dieses Projekt erst möglich gemacht wurde. Zusätzlich beleuchtete er die Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich bürokratischer Fragestellungen.
Der Abend verdeutlichte insgesamt, wie wichtig es ist, dass Vertreterinnen und Vertreter aus Weinbau, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam überlegen, wie den Herausforderungen des Klimawandels begegnet werden kann und welche Lösungsansätze bereits heute zur Verfügung stehen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Entwicklung des Klimaanpassungskonzeptes für den Landkreis Cochem-Zell statt. Gefördert wurde sie durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.

