Dank des Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation (KIPKI) des Landes Rheinland-Pfalz konnte der Landkreis Cochem-Zell Fördermittel gezielt dort einsetzen, wo sie den Menschen vor Ort unmittelbar zugutekommen: bei der Stromselbstversorgung, der energetischen Sanierung und dem privaten Klimaschutz.
Am 15. April 2024 wurden zwei maßgeschneiderte Förderprogramme ins Leben gerufen: Eines für Solarstromspeicher sowie das Programm „Clever heizen – einfach sanieren“ zur Unterstützung verschiedener energetischer Sanierungsmaßnahmen. Ermöglicht wurde diese direkte finanzielle Unterstützung für die Bevölkerung durch das KIPKI-Programm des Landes Rheinland-Pfalz, welches den Kommunen einwohnerbezogene Mittel für den Klimaschutz zur Verfügung stellte.
Der Kreistag traf die bewusste Entscheidung, einen großen Anteil dieser Landesmittel in Form von zwei Förderprogrammen direkt an die Privathaushalte weiterzugeben. Ein weiterer Teil floss in die Sanierung des Nahwärmenetzes am Schulzentrum Cochem. Das Besondere dabei: Durch die zusätzliche finanzielle Beteiligung der Verbandsgemeinden Cochem und Zell stand den Bürgerinnen und Bürgern in diesen beiden Regionen sogar die doppelte Fördersumme zur Verfügung.
Mit Ablauf des 31. März 2026 wurden die Programme für Privathaushalte erfolgreich beendet. Die gesamte und intensive Antragsabwicklung (539 Anträge) sowie die anschließende Endabwicklung des Projektes wurden dabei vollständig über den Eigenbetrieb Klima & Energie bearbeitet. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie effektiv die Fördermittel im Landkreis eingesetzt wurden:
Gesamtbilanz im Landkreis Cochem-Zell
Insgesamt konnten im Kreisgebiet 372 private Vorhaben finanziell unterstützt werden. Davon entfielen 106 Bewilligungen auf Sanierungsmaßnahmen und 266 auf die Installation von Solarstromspeichern. In Summe wurden Fördermittel in Höhe von über 290.000 Euro an die Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt: Rund ein Drittel floss in das Programm „Clever heizen – einfach sanieren“, während zwei Drittel für Solarstromspeicher genutzt wurden. Der reine Landkreis-Anteil an den ausgezahlten Mitteln belief sich dabei auf fast 65.000 Euro für Sanierungsvorhaben sowie etwa 128.000 Euro für Solarstromspeicher.
Diese Investitionen der Bürgerinnen und Bürger leisten einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz: Jährlich werden durch die umgesetzten Projekte voraussichtlich etwa 370 Tonnen CO2 eingespart. Und auch die Wirtschaft profitierte: Die Maßnahmen lösten private Investitionen von mehr als 5,3 Millionen Euro aus. Da ein Großteil dieser Summe an Unternehmen aus der Region floss, kam das Programm direkt dem heimischen Handwerk und der regionalen Wertschöpfung zugute.
„Der große Zuspruch für unsere Förderprogramme ist ein starkes Signal dafür, dass Klimaschutz im Landkreis Cochem-Zell von den Bürgerinnen und Bürgern aktiv gelebt wird“, freut sich Landrätin Anke Beilstein. „Mit den geförderten Maßnahmen kommen wir unserem Ziel eines Null-Emissions-Landkreises Schritt für Schritt näher. Besonders erfreulich ist zudem, dass die Investitionen überwiegend in der Region geblieben sind und damit unsere heimischen Betriebe und das Handwerk stärken. Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gehen hier Hand in Hand.“
Die Ergebnisse in den Verbandsgemeinden im Detail
- Verbandsgemeinde Cochem: Aus der VG Cochem kamen die meisten Anträge. Der zusätzliche Förderanteil der Verbandsgemeinde war trotz einer nachträglichen Aufstockung bereits weniger als sechs Monate nach dem Start ausgeschöpft. Ab diesem Zeitpunkt konnten Förderungen nur noch aus dem Förderanteil des Landkreises bewilligt werden. Insgesamt wurden hier 41 Sanierungsvorhaben und 106 Solarstromspeicher mit einer Gesamtsumme von rund 132.000 Euro gefördert (davon 42.000 Euro für Sanierungen und 90.000 Euro für Batteriespeicher). Der ausgezahlte Anteil der VG betrug rund 18.000 Euro (Sanierung) und 39.500 Euro (Speicher).
- Verbandsgemeinde Zell: Auch in der VG Zell war der zusätzliche kommunale Förderanteil nach rund sieben Monaten schnell vergriffen, wonach die Antragstellenden weiterhin vom Landkreis-Anteil profitierten. Bei insgesamt 85 geförderten Vorhaben (ein Drittel Sanierungen, zwei Drittel Solarstromspeicher) wurden rund 39.000 Euro für Sanierungen und etwa 52.000 Euro für Speicher als Zuwendung gewährt. Der VG-Anteil betrug hierbei 18.000 Euro bzw. 25.000 Euro. Ein Highlight: In der VG Zell wurde der mit einer Kapazität von 27,6 kWh größte Solarstromspeicher des gesamten Programms installiert.
- Verbandsgemeinde Kaisersesch: Den Bürgerinnen und Bürgern aus der VG Kaisersesch stand der Landkreis-Anteil der KIPKI-Mittel zur Verfügung. Damit konnten 75 Solarstromspeicher mit insgesamt rund 36.000 Euro sowie 15 Sanierungsvorhaben mit über 9.500 Euro bezuschusst werden.
- Verbandsgemeinde Ulmen: Auch in der VG Ulmen konnten die Antragstellenden den Landkreis-Anteil erfolgreich abrufen. Hier wurden 29 Solarstromspeicher mit rund 14.000 Euro unterstützt und 21 Sanierungsvorhaben im Programm „Clever heizen – einfach sanieren“ mit über 9.500 Euro bezuschusst.
Mit dem Abschluss der KIPKI-Förderprogramme für Privathaushalte zieht der Landkreis Cochem-Zell eine positive Bilanz. Die hohe Nachfrage, die erzielten CO2-Einsparungen und die angestoßenen Investitionen zeigen, dass die Programme sowohl einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz als auch zur Stärkung der regionalen Wirtschaft geleistet haben. Die Ergebnisse unterstreichen, dass gezielte Förderangebote ein wirksames Instrument sind, um die Energiewende gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern voranzubringen.

