Arbeitskreise in Cochem-Zeller Energiedörfern nehmen Fahrt auf

    Mit 60 aktiven Arbeitskreismitgliedern trafen die Cochem-Zeller Energiedorfakteure auf die erfahrenen Nahwärmepioniere in der Hunsrückgemeinde Neuerkirch-Külz.

    Die Ortsgemeinden Alf, Alflen, Blankenrath, Müllenbach und die Stadt Zell (Mosel) haben sich nach Fertigstellung der Energiekonzepte im Jahr 2016 für eine Umsetzung entschieden und starteten in das gemeinsame Sanierungsmanagement. Den Auftrag zur Unterstützung bei der Realisierung der Nahwärmenetze konnte dabei an das Ingenieurbüro „ibs Energie“ aus Stromberg vergeben werden, der die Arbeitskreise derzeit intensiv begleitet.

    Gemeinsam mit Ulrich Schäfer, Geschäftsführer der „ibs Energie“, und den Ortsbürgermeistern Volker Wichter (Neuerkirch), Bernd Ries (Külz) und Friedhelm Dämgen (Ellern) versammelten sich die Cochem-Zeller im Gemeindehaus Külz um zu erfahren, wie die Erfolgsprojekte in den Hunsrückdörfern entstehen konnten und welche Hürden es zu überwinden galt.

    Im Herbst 2016 nahm das Nahwärmenetz Neuerkirch-Külz seine Tätigkeit auf. Rund 6 km Leitung wurden in den Gemeinden Neuerkirch und Külz verlegt. Die 142 Anschlussnehmer wurden nach und nach ans Netz angeschlossen und werden seither mit Wärme aus 100 % Erneuerbaren Energien versorgt. Die Wärmeerzeugung erfolgt über zwei Holzhackschnitzelkessel mit insgesamt 1.200 kW Leistung und die solarthermische Anlage mit einer Solarkollektorfläche von über 1.400 m². Pro Jahr werden durch den Betrieb des Nahwärmenetzes über 400.000 Liter Heizöl ersetzt und mehr als 1.200 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Ein Beispiel welches die Cochem-Zeller gerne in Angriff nehmen möchten, denn dieses Netz entspricht in etwa der Größenordnung die auch in den fünf Energiedörfern geplant ist.

    Die Exkursion nach Neuerkirch-Külz war dabei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Umsetzung. So konnten sich die Arbeitskreismitglieder vor Ort davon überzeugen, wie ein Nahwärmenetz im laufenden Betrieb funktioniert, dass es nahezu keine Geräuschemissionen gibt und die Abgase, im Gegensatz zu Einzelfeuerstätten, über ein modernes Abgasfiltersystem gereinigt werden.

    Volker Wichter berichtete von anfänglichen Akzeptanzschwierigkeiten in der Bevölkerung und die Arbeitskreismitglieder aus den Gemeinden nickten verstehend mit den Köpfen. Denn die überwundenen Hürden in den Hunsrückgemeinden müssen in Cochem-Zell noch genommen werden. Die Vorteile liegen dabei auch für alle Anwesenden klar auf der Hand: Wertsteigerung der Immobilie, mit Glasfaser bis ins Gebäude schnelles Internet und unbegrenzte Bandbreiten, Unabhängigkeit von schwankenden Ölpreisen, mindestens 40 Jahre keine Heizungswartung oder Investition in eine neue Heizanlage oder lästiges Öltanken, Einsparungen bei den laufenden Stromkosen, zukunftsfähig, nachhaltig und klimafreundlich heizen.

    „Immobilien- und Grundstückinteressenten kommen auf unsere Gemeinde nun immer mit zwei Fragen zu: Ist das Grundstück mit dem Nahwärmenetz verbunden und gibt es Glasfaser?“, führt der Ortschef aus.

    Weiter beschreibt er die vielen Anknüpfungspunkte und zahlreichen Synergieeffekte im Sinne der Daseinsvorsorge, die die Gemeinde heute fit für die Zukunft machen.

    In allen fünf Energiedörfern werden derzeit die Arbeitskreise in fünf Schulungsterminen, durch das Ingenieurbüro Schäfer, fit gemacht in Sachen Dorfwärme und stehen damit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

    Im zweiten Quartal 2019 wird sukzessive die Akquisephase in den Energiedörfern starten. Dabei soll jeder Hauseigentümer ein individuelles, kostenfreies Angebot erhalten, dass ihm einen genauen Vergleich mit seiner aktuellen Heizanlage ermöglicht.

    Wenn es gelingt, genügend Anschlussnehmer für eine wirtschaftliche Projektumsetzung zu akquirieren, steht einer erfolgreichen Realisierung nichts mehr im Wege.

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