Fünf Energiedörfer wagen den direkten Schritt in die Umsetzung

    Alf, Alflen, Blankenrath, Müllenbach und die Stadt Zell beantragen Sanierungsmanagement

    Sie waren die "Stars" des Abends, die 14 Kommunen aus dem Landkreis Cochem-Zell, die sich vor zwei Jahren auf den Weg zum "Cochem-Zeller Energiedorf" gemacht hatten.

    Über die gesamte Projektlaufzeit hinweg waren die Teilnehmerkommunen stark in die Erstellung des Quartierskonzeptes eingebunden und arbeiteten eng mit den beauftragten Instituten zusammen.

    „Nun ist es an der Zeit, die Konzepte zur Umsetzung zu bringen", betont Landrat Manfred Schnur und setzt mit großer Anerkennung fort, „Sie haben sich durch Ihre Projektteilnahme mit Fragen der Zukunftsfähigkeit Ihrer Ortsgemeinde, Ihrer Stadt, intensiv auseinandergesetzt und Lösungswege erarbeitet, wie die Attraktivität des dörflichen Lebens erhalten und die Zukunftsfähigkeit gesichert werden kann. Sie hatten den Mut, neue Wege zu gehen!"

    Neben dem Stromsektor bietet vor allem die Wärmewende großes Potenzial für die Kommunen im Landkreis, die Energiewende dezentral mitzugestalten. Durch Nahwärmelösungen können unter bestimmten Voraussetzungen fossile Heizungsanlagen ersetzt werden: Das spart CO2 und stärkt die regionale Wertschöpfung.

    „Der Landkreis Cochem-Zell ist ein Klimaschutzmeister: Er war zum Beispiel der erste Landkreis in Rheinland-Pfalz, der seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien deckte und mittlerweile sogar Strom exportiert", lobt Energiestaatssekretär Thomas Griese im Rahmen der Feierlichkeiten.

    „Ein Schwerpunkt der Landesregierung ist die Energiewende: Nach ersten Einschätzungen könnte der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Land 2016 auf rund 47 Prozent gestiegen sein", so der Staatssekretär. Außerdem habe Rheinland-Pfalz den Klimaschutz im Landesklimaschutzgesetz gesetzlich verankert. So sollen die Treibhausgase bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 90 Prozent sinken. „Gerade beim Ausbau der erneuerbaren Energien und bei der Reduzierung der Treibhausgase kommt den Regionen, Städten und Gemeinden im Land eine Schlüsselrolle zu. Der Landkreis Cochem-Zell leistet hier mit seinen vielfältigen Aktivitäten einen wertvollen Beitrag", sagte Griese.


    Umsetzung der Konzepte

    Fünf der vierzehn Teilnehmerkommunen haben sich bereits für die Einrichtung eines zentralen, gemeinsamen Sanierungsmanagements ausgesprochen und die Fördermittel beantragt, welches die Energiedörfer Alf, Alflen, Blankenrath, Müllenbach und die Stadt Zell bei der Umsetzung der in den integrierten Quartierskonzepten erarbeiteten Maßnahmen unterstützen soll. Die KfW fördert auch hier einen sog. „Sanierungsmanager/-in" als Personalstelle für die Dauer von maximal 3 Jahren mit 65% zur Umsetzung der Projektideen. Eine Förderaufstockung wurde wiederum von Seiten des Landes zugesagt.


    Im Expertentalk

    Die Experten waren sich einig. Die Vorteile der Nahwärme überwiegen:

    • Nahwärme ist preisbeständig und bezahlbar.
    • Sie ist umweltschonend und effizient.
    • Mit den richtigen Akteuren kann Sie zur „Rundum-sorglos-Energieversorgung" werden.

     

    Im Expertentalk: (von links) Professor Dr. Peter Heck, Ulrich Schäfer (ibs Energie Stromberg), Staatssekretär Thomas Griese, Landrat Manfred Schnur und der Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung/Klimaschutz des Landkreises, Dirk Barbye.

    Auszeichnung

    Stolz nehmen die Energiedorfvertreter die Auszeichnungsurkunde aus den Händen von Staatssekretär Dr. Thomas Griese und Landrat Manfred Schnur entgegen. 

    Energiedorf Alf: Ortsbürgermeister Peter Mittler gemeinsam mit den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Ernst: 2. Ortsbeigeordnete Petra Andrae und MdL Anke Beilstein gemeinsam mit Michael Müch (TSB) und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Alflen: Ortsbürgermeister Rudolf Schneiders mit seinem Energieteam, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Ellenz-Poltersdorf: 1. Ortsbeigeordneter Markus Fuhrmann mit seinem Energieteam, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Bruttig-Fankel: Ortsbürgermeister Rainer Welches mit den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Stadt Zell (Mosel): 2. Stadtbeigeordnete Bettina Salzmann mit den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Müllenbach: Ortsbürgermeister Andreas Klotz, gemeinsam mit seinem Energieteam, dem ersten Beigeordneten der VG-Kaisersesch, Gerhard Weber, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Mesenich: Ortsbürgermeister Peter Haase mit den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Kliding: Ortsbürgermeister Gerhard Müller, gemeinsam mit dem Bürgermeister der VG-Ulmen, Alfred Steimers, mit den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Treis-Karden: Ortsbürgermeister Philipp Thönnes und sein Energieteam, gemeinsam mit Michael Müch (TSB) und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Gevenich: Ortsbürgermeister Walter Brauns und sein Energieteam, gemeinsam mit Michael Müch (TSB), Bürgermeister der VG-Ulmen, Alfred Steimers und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Blankenrath: Ortsbürgermeister Jochen Hansen, gemeinsam mit seinem Energieteam, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Forst: Vertreter der Ortsgemeinde Forst, gemeinsam mit dem ersten Beigeordneten der VG-Kaisersesch, Gerhard Weber, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

    Energiedorf Stadt Kaisersesch: Stadtbürgermeister Gerhard Weber, gemeinsam mit dem Energieteam, den Vertretern des IfaS und den Gratulanten Landrat Manfred Schnur und Staatssekretär Dr. Thomas Griese.


    Projekt-Historie:

    Im Sommer 2015 durften sich 14 Gemeinden und Städte im Landkreis Cochem-Zell über die Förderzusagen von Bund und Land freuen und starteten damit in das Projekt Cochem-Zeller Energiedorf. Heute – gut 1 ½ Jahre später unternimmt man erste Schritte in Richtung Umsetzung.

    Von November 2014 bis Januar 2015 hatte die lokale Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V." um die Teilnahme der Kommunen geworben und diese mit einem Projektinformationsfilm und Vorträgen in den Stadt- und Gemeinderäten zur Teilnahme motiviert.

    In diesem Projekt sollten integrierte Quartierskonzepte aufzeigen, welche technischen und wirtschaftlichen Energiepotenziale bestehen und welche konkreten Maßnahmen für eine Umsetzung entwickelt werden müssen. Die Rahmenbedingungen wurden dabei durch das Förderprogramm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) vorgegeben. Mit dem quartiersbezogenen Ansatz, den das Förderprogramm der KfW vorgibt, konnten u. a. Lösungswege bei der energetischen Modernisierung des Gebäudebestands und der Energieeffizienz aufgezeigt werden, was zu einer Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der gesamten Gemeinde führen kann.

    In einem intensiven Beteiligungsprozess sollten die örtlichen Akteure (Bürger, Hausbesitzer, Unternehmen, Land- und Forstwirte, kommunale Akteure sowie politische Entscheidungsträger) in den Grundlagen der Technik, Organisation und Finanzierung von Energieprojekten geschult und Projekte vor Ort entwickelt werden, um die örtlichen Energiepotenziale umzusetzen.

    Im Februar 2015 konnte Landrat Manfred Schnur die Erfolgsnachricht verkünden: „Wir waren zwar optimistisch, dass wir eine Vielzahl der Gemeinden von unserem Konzept überzeugen können, aber mit einer solchen Resonanz haben wir nicht gerechnet. Im Vorstand haben wir einstimmig beschlossen, allen 14 Bewerberkommunen die Teilnahme zu ermöglichen".

    Mit rd. 590.000 Euro, von denen rd. 523.000 € durch Fördermittel von Bund und Land gedeckt wurden, wurde eine große Summe in die Zukunftsfähigkeit der Kommunen investiert.

    Mit Empfang der Förderbescheide, nahmen die mit der Quartierkonzepterstellung beauftragten Institute (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement – 11 Kommunen; Transferstelle Bingen mit dem Büro Stadt-Land-Plus – 3 Kommunen), die Tätigkeit auf und starteten vor Ort mit Bürgerversammlungen in das Projekt.

    Über 12 Monate hinweg kamen landkreisweit rund 800 Bürgerinnen und Bürger in mehr als 60 Veranstaltungen zusammen. Vom Projektauftakt, über Nahwärme-, Sanierungs- und Workshops zur Heizungserneuerung, bis hin zur persönlichen Energieberatung vor Ort, wurde den Einwohnern in den Energiedörfern einiges geboten.

    Mittlerweile sind alle 14 Quartierskonzepte abgeschlossen und wurden den örtlichen Räten und Energieteams überreicht.

     

    Projektziele im Überblick:

    • Nachhaltige Stärkung der Dorf-/Stadtentwicklung (Dorfinnenentwicklung)
    • Steigerung der Attraktivität des Dorf-/Stadtlebens
    • Aufwertung alter Siedlungs- /Wohngebiete
    • Positive Beeinflussung der zukünftigen Entwicklung
    • Energetische Dorf- bzw. Stadterneuerung
    • Steigerung Energieeinsparung, -effizienz, Einsatz von Erneuerbaren Energien
    • Regionale Wertschöpfung
    • Geld soll in der Kommune bleiben (nicht abfließen)
    • Beteiligung der Bürger an den Investitionen im Energiebereich (z. B. über Bürgergenossenschaften)
    •  Aufträge an örtliche Handwerksbetriebe
    • Beiträge zum Klimaschutz
    • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern – Preisstabilität der Energiekosten

    Das Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf" zeigte große Chancen für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden auf. Teilnehmende Kommunen waren: Alf, Alflen, Blankenrath, Bruttig-Fankel, Ellenz-Poltersdorf, Ernst, Forst (Eifel), Gevenich, Kaiseresesch, Kliding, Mesenich, Müllenbach, Treis-Karden, Zell (Mosel)

    Die Projektabwicklung wurde auf die Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V." übertragen.

    Die Erstellung der Integrierten Quartierskonzepte wurde mit 65% von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) gefördert. Hinzu kam eine Aufstockung von weiteren 20%, in finanzschwachen Kommunen von 30%, durch das Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung (MWKEL).

     


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